Mittendrin am Rande
Insel Vilm, Norddeutschland

Das Werk Mittendrin am Rande ist ein künstlerisches Forschungsprojekt über die Wechselwirkung von Kunst und Umweltethik. Es basiert auf transdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen dem Künstler George Steinmann, dem Philosophen und Umweltethiker Konrad Ott, dem IFCAR Institut für Gegenwartskunst , Zürcher Hochschule der Künste und Jost Kutter, Dipl. Architekt ETH Bern. 

Das Forschungsprojekt Mittendrin am Rande ist ein plastischer Vorgang an der Schnittstelle von Kunst, Philosophie und Architektur. Ein „think tank“ der die Möglichkeiten erforscht, wie Belangen unserer Gesellschaft mit einem künstlerischen Beitrag gestaltet werden kann. 

Die Metaebene ergibt sich aus der Erkenntnis, dass wir als Ganzes im 21. Jahrhundert mit grundlegenden Veränderungen in der Kultur, in der Wissenschaft und in der Gesellschaft konfrontiert sind. Aufgrund dieser Sachlage sind wir alle aufgefordert, unser Denken und Handeln zu überprüfen und einen Beitrag zur Problemanalyse und zur Entwicklung von Gestaltungsmöglichkeiten zu leisten. (Zitat Potsdamer Manifest, Oekom Verlag 2005)

Die Insel Vilm liegt im Biosphärenreservat Südost-Rügen und ist eines der ältesten deutschen Naturschutzgebiete. Vilm ist naturgeschichtlich und kulturhistorisch bedeutsam, Heiliger Ort der Slawen, christlicher Wallfahrtsort sowie Einsiedelei im Mittelalter, fürstlicher Sommersitz, Urlaubsdomizil der DDR Staatsführung. Seit zweihundert Jahren kommen Künstler, Forscher und Naturfreunde auf die kleine „Malerinsel“ im Rügen-Greifswalder Bodden.

Die Skulptur ist ein „dialektischer Körper“. Basis ist die Entfaltung einer dialogischen Struktur. Der Gegensatz Objekt-Subjekt wird überwunden. Sie repräsentiert keine Herrschaftsgestik sondern Achtsamkeit. Das Kunstwerk ist Metapher und Indikator zugleich. Ein hochqualitativer Ort der Kontemplation und Forschungsarbeit, ein „Shelter“ (auch des Geistes), Ort künstlerischer, philosophischer und wissenschaftlicher Erkenntnisprozesse. 

Der Grundriss ist eine gespiegelte Spirale, zugleich rechts – und linksdrehend. Die links drehende Spirale repräsentiert den Weg nach Innen. Sie führt in die Mitte, zu sich selbst. Die rechts drehende Spirale ist symbolisches Zeichen der Schöpfung, der Kreativität, des Forschens. Die Sicht nach Aussen. Die Mitte ist absolute Dichte. Die Skulptur hat zwei Ein-/Ausgänge. Sie sind Metapher der dialektischen Struktur. Die Aussenwand ist ein ästhetisches Highlight. Sie verleiht der Skulptur Würde.

Verfasser
Georg Steinmann, Jost Kutter

Geschossfläche
48 m2

Temporärer Lebens- und Forschungsraum

Foto Ausstellung
Dominique Uldry
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