Grosser Baustein am Bahnhofsplatz in La Chaux-de-Fonds
Projekt «Charles», Quartier Le Corbusier

Das Projekt soll innovativ, vielfältig und flexibel sein: eine Kombination aus kleineren und grösseren Wohnungen, einem Hotel mit Restaurant und Coworking-Arbeitsplätzen – und das an sehr attraktiver Lage, direkt beim Bahnhof La Chaux-de-Fonds. Zu einem privaten Wettbewerb wurden fünf Architekturbüros eingeladen. Das Duo mit Jost Kutter (Gotham design studio) und Nik Liechti (GLS Architekten) hat schliesslich den Zuschlag bekommen. Zwei Architekten, die sich nach dem gemeinsamen Studium an der ETH Zürich ein paar Jahre später zufällig in der Weltstadt Hongkong über den Weg gelaufen sind. Ein Zufall, der sie nun zu ihrem ersten gemeinsamen Projekt zusammenführt.

Die Stadtbehörden und die SBB haben das Areal des ehemaligen Güterbahnhofes auf einer Fläche von rund 49’000m2 als «Quartier Le Corbusier» entwickelt. Nachdem der Bahnhofsplatz durch die Architekten Frund Gallina aus Neuenburg neu gestaltet wurde und die SBB schnellere Zugsverbindungen planen, wird nun das Stadtzentrum von La Chaux-de-Fonds aufgewertet. Die sogenannte Wettbewerbsparzelle «Ilôt A» liegt direkt am Bahnhofplatz und soll den öffentlichen Raum attraktiver machen und eine neue Verbindung zum «Quartier le Corbusier» hergestellt werden. Auf einer oberirdischen Geschossfläche von 12.000 m2 sind somit öffentliche und private Nutzungen geplant:  ein Hotel mit Restaurant, Coworking-Arbeitsplätze sowie unterschiedliche Wohnungen – über Kleinwohnungen «Coliving» bis zu Alters- und Mitwohnungen mit Dienstleistungen. «Mit unserem Projekt Charles wollen wir Begegnungen fördern. Einerseits entstehen diese automatisch rund um den Bahnhof, andererseits werden sie durch Wohnungen, einem Hotel, Arbeitsplätzen und einem Restaurant zusätzlich gefördert», sagt der Architekt Jost Kutter.

Zusammen mit Nik Liechti, dem Geschäftsführer der GLS Architekten, haben die beiden das Projekt Charles getauft. Der Name ist eine Hommage an den Schweizer Architekten Le Corbusier, der als Charles-Edouard Jeanneret-Gris in La Chaux-de-Fonds geboren und einer der einflussreichsten Architekten des 20. Jahrhunderts wurde. «Zahlreiche Werke von Le Corbusier sind als UNESCO-Weltkulturerbe deklariert, und ab 1933 setzte er sich für einen neuen Städtebau ein. Wohnen und arbeiten sollten zugunsten einer höheren Wohnqualität strikt getrennt werden», sagt Nik Liechti. «Heute haben sich unsere Gewohnheiten erneut geändert: Sogenannte Mischnutzungen mit Wohnen- und Arbeitsmöglichkeiten im selben Gebäude bieten viel mehr Flexibilität und kürzere Arbeitswege. Dieser erhöhten Mobilität soll Rechnung getragen werden.» 

Das bedeutet konkret, dass im Projekt Charles drei effiziente Erschliessungskerne und eine einheitliche Gebäudestruktur ohne grosse baubliche Massnahmen verschieden genutzt werden können. So können bei Bedarf beispielsweise ein Teil der Wohnungen als Hotel genutzt werden – oder umgekehrt.

Verfahren
Eingeladener Wettbewerb, 1. Preis

Auftraggeber
Arco Real Estate, Laurent Ryser

Architekten
Gotham design studio AG
GLS Architekten AG, Biel

Visualisierungen
Digitalnity

Baubeginn
2021/2022

Inbetriebnahme
2024

Geschossfläche
17’000 m2

Bauvolumen
51’400 m2

Nutzung
Hotel, Restaurant, Verkauf, Büro, Wohnungen

Text
Janine Geigele